Einzelmaßnahmen verschieben das Problem
Neue Tools, Leitbilder oder Workshops verändern selten ein System, wenn die Wechselwirkungen unverändert bleiben. Häufig wandert das Problem dadurch an eine andere Stelle, weil dieselben Muster weiterwirken.
Ansatz & Methode
Systemische Organisationsentwicklung betrachtet Organisationen als Beziehungs- und Kommunikationssysteme und gestaltet Veränderung über Muster, Wechselwirkungen und Beteiligte.
Kurz gesagt
Systemische Organisationsentwicklung ist ein Beratungsansatz, der Organisationen als System aus Beziehungen, Rollen und Kommunikationsmustern versteht. Veränderung wird nicht durch einzelne Maßnahmen erzwungen, sondern über die Wechselwirkungen im System gestaltet: Wer ist beteiligt, welche Muster halten den Zustand stabil, und welche Intervention verschiebt das Gleichgewicht nachhaltig.
Weitere Bezeichnungen: Systemische OE · Systemische Beratung im Organisationskontext

Neue Tools, Leitbilder oder Workshops verändern selten ein System, wenn die Wechselwirkungen unverändert bleiben. Häufig wandert das Problem dadurch an eine andere Stelle, weil dieselben Muster weiterwirken.
Wer Veränderung ohne die relevanten Beteiligten plant, erzeugt Widerstand, der später als Umsetzungsschwäche erscheint. Systemische Ansätze machen Beteiligung deshalb nicht zur Kommunikationsaufgabe nach der Planung, sondern zum Teil der Planung.
Das Verhalten von Beteiligten wird als Teil eines Kreislaufs verstanden: Wirkungen erzeugen Reaktionen, die die Wirkung verstärken. Fragen nach Wechselwirkungen führen deshalb weiter als Fragen nach Verursachenden.
Systemische Arbeit formuliert Vermutungen über das System und prüft sie im Dialog. Hypothesen sind Arbeitsinstrumente, keine Urteile über Personen oder Teams.
Bevor inhaltlich gearbeitet wird, werden Auftrag, Auftraggebende, Rolle der Begleitung und Grenzen der Beteiligung geklärt. Unklare Aufträge sind eine typische Ursache für scheinbar festgefahrene Projekte.
Systemische Verfahren machen sichtbar, was bereits funktioniert, und arbeiten mit dieser Ressource weiter, statt ausschließlich Defizite zu bearbeiten.
Ziele, Anlass, Entscheidungsbefugnisse und Erfolgskriterien werden mit den Auftraggebenden geklärt. Dabei wird auch festgehalten, was nicht Teil des Auftrags ist.
Über Interviews, Beobachtung von Formaten und Auswertung vorhandener Daten entsteht ein Bild des Systems. Daraus werden Hypothesen gebildet und mit Beteiligten gespiegelt.
Interventionen setzen an Wechselwirkungen an: etwa an Entscheidungswegen, Rollenklärungen, Formaten oder Kommunikationsmustern. Sie werden bewusst klein gewählt und in ihren Wirkungen beobachtet.
Nach jeder Intervention wird geprüft, welche Wirkung eingetreten ist und was das über das System aussagt. Anschließend folgt die nächste Intervention.
Erstgespräch mit den Entscheidungsverantwortlichen: Anlass, Erwartungen, Rollen und Rahmenbedingungen.
Erhebung im System, Auswertung und Rückmeldung der Muster und Hypothesen als gemeinsame Arbeitsgrundlage.
Interventionen mit Beteiligten, begleitete Formate und laufende Auswertung der Wirkungen.
Klärung, welche Verfahren und Rollen im Alltag bleiben, damit die Organisation sich selbst weiterentwickeln kann.
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DGSF e. V., Köln
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