Ansatz & Methode

Holacracy

Holacracy ist ein Management-Framework für Selbstorganisation: Eine Verfassung regelt Rollen, Kreise und Verfahren, damit Entscheidungsmacht geteilt und trotzdem verbindlich bleibt.

Stand: 2026-09-17

  1. HerausforderungSelbstorganisation einführen
  2. AnsatzHolacracy
  3. Profile1 Experte

Kurz gesagt

Holacracy ist ein Management-Framework, das Organisationen nach einer gemeinsamen Verfassung steuert: Arbeit wird in Rollen beschrieben, Rollen werden in Kreisen zusammengefasst, und Veränderungen der Struktur entstehen in einem formalisierten Governance-Verfahren. Anpassungen sind damit nicht Folge von Machtkämpfen oder Zurufen, sondern von Regeln, die für alle Beteiligten gleich gelten.

Weitere Bezeichnungen: Holokratie · Holakratie

Draufsicht auf ein Team bei der Arbeit an Plänen

Auf einen Blick

Offizieller Name
Holacracy
Kategorie
Management-Framework für Selbstmanagement
Regelwerk
Holacracy Constitution, Version 5.0
Grundstruktur
Rollen in Kreisen mit gewählten Rollenverantwortlichen
Kernverfahren
Governance-Meeting und Tactical-Meeting
Rechteinhaber
HolacracyOne (Holacracy ist eine eingetragene Marke)

Welches Problem dieser Ansatz adressiert

Strukturen ändern sich langsamer als die Arbeit

Wenn Zuständigkeiten nur bei Umbauten oder Personalwechseln angepasst werden, arbeiten Organisationen regelmäßig mit Beschreibungen, die nicht mehr zur tatsächlichen Arbeit passen. Holacracy trennt die Veränderung der Struktur von der operativen Arbeit und macht sie zu einem eigenen, regelmäßigen Verfahren.

Delegation ohne klare Grenzen

Verantwortung wird häufig übertragen, ohne Entscheidungsspielraum mitzugeben. Rollen beschreiben in Holacracy sowohl den Zweck als auch den Handlungsrahmen, sodass Delegation nicht in Rückfragen endet.

Prinzipien

Rollen statt Stellen

Jede Rolle hat einen Zweck und Verantwortlichkeiten, die sich unabhängig von der Person ändern lassen. Personen können mehrere Rollen halten; eine Rolle kann neu zugeschnitten werden, ohne dass ein Stellenplan angepasst werden muss.

Geteilte Macht mit klaren Regeln

Entscheidungsbefugnis wird über die Verfassung verteilt. Rollen handeln eigenständig innerhalb ihres Rahmens, ohne für jede Entscheidung Zustimmung von oben einzuholen.

Governance ist ein eigenes Verfahren

Strukturänderungen laufen in einem definierten Governance-Prozess, in dem Vorschläge und Einwände nach festen Schritten bearbeitet werden. Alltagsentscheidungen und Strukturdebatten bleiben dadurch getrennt.

Transparenz als Pflicht

Die Verfassung beschreibt Pflichten wie Transparenz, Bearbeitung von Anfragen und Priorisierung. Erwartungen an Zusammenarbeit werden damit explizit statt kulturell vorausgesetzt.

Wie der Ansatz funktioniert

  1. 01

    Rollen definieren und besetzen

    Zu Beginn wird das Arbeitsfeld in Rollen mit Zweck und Verantwortlichkeiten zerlegt. Rollen werden besetzt und können später im Governance-Verfahren verändert werden.

  2. 02

    Kreise bilden

    Rollen werden in Kreisen gebündelt, die einen gemeinsamen Zweck verfolgen. Kreise können eigene Unterkreise bilden, wobei die Verfassung für alle Ebenen dieselben Regeln anwendet.

  3. 03

    Operative Arbeit im Tactical-Meeting

    Im Tactical-Meeting werden operative Themen, Abhängigkeiten und Hindernisse bearbeitet. Es ist vom Governance-Verfahren getrennt und dient der laufenden Arbeit.

  4. 04

    Struktur im Governance-Meeting anpassen

    Im Governance-Meeting werden Rollen, Richtlinien und Zuständigkeiten geändert. Der Ablauf ist schrittweise geregelt: Vorschlag, Verständnisfragen, Reaktionen, Einwände, Integration.

Passt – und passt weniger

Passt, wenn

  • Organisationen, die Selbstorganisation einführen wollen und dafür ein verbindliches Regelwerk statt kultureller Appelle brauchen
  • Wachsende Unternehmen, in denen Delegation an unklaren Zuständigkeiten scheitert
  • Organisationen mit hoher Veränderungsdynamik, in denen Rollen sich regelmäßig anpassen müssen
  • Führungsteams, die Entscheidungsmacht teilen wollen, ohne Steuerungsfähigkeit zu verlieren

Passt weniger, wenn

  • Organisationen, die keine verbindlichen Spielregeln akzeptieren wollen
  • Situationen, in denen die Einführung als kurzfristiges Projekt ohne Lernphase geplant wird
  • Umgebungen, in denen Rollenausschnitte juristisch oder tariflich fixiert sind und nicht angepasst werden können
  • Kleine Teams ohne echten Strukturänderungsbedarf

Typischer Einführungspfad

  1. 01

    Grundlagen verstehen

    Verfassung, Rollenlogik und die beiden Meeting-Formate kennenlernen, bevor Struktur verändert wird.

  2. 02

    Pilotkreis mit Begleitung

    Einen Kreis auswählen, Rollen definieren und die Verfahren mit professioneller Begleitung praktizieren, bis sie verlässlich laufen.

  3. 03

    Regelkontakt herstellen

    Die Verfassung als verbindliche Grundlage einführen und klären, wie sie mit bestehenden Führungs-, Betriebsrats- und Arbeitsstrukturen zusammenspielt.

  4. 04

    Ausrollen und nachjustieren

    Weitere Kreise anschließen, Rollenverantwortliche ausbilden und die Praxis regelmäßig überprüfen.

Verwandte Ansätze

Herausforderungen, für die dieser Ansatz relevant ist

Profile mit diesem Ansatz

Die Zuordnung stammt aus den strukturierten Methodenangaben der Profile und den ausgewiesenen Quellen.

Dr. Martin Althaus

Dresden, Deutschland

Strategy & Organisational Development Consultant

Dr. Althaus Consulting

Dr. Martin Althaus ist als Berater für Strategie und Organisationsentwicklung in Dresden tätig und unterstützt Unternehmen unter anderem in den Branchen Banking, Versicherung und Technologie.

Rolle
Beratung
Sprache
Deutsch, Englisch
Zusammenarbeit
Remote + Vor Ort

Quellen & weiterführende Referenzen

Die Inhalte dieser Seite wurden eigenständig verfasst und anhand der folgenden öffentlichen Quellen geprüft.

Offizielle Website

Holacracy – The Operating System for Self-Management

HolacracyOne, LLC

Geprüft am 2026-09-17

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Publikation

Holacracy Constitution Version 5.0

HolacracyOne, LLC

Geprüft am 2026-09-17

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